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Samstag, 12. März 2016

Der etwas andere Chronometertest !

Chronometertests sind wunderbar, und bringen den Uhrenherstellern Geld in die Kasse. Chronometer lassen sich teurer verkaufen als die normale Version der Uhr, obwohl nicht gesagt ist, dass die normale Version nicht doch bessere Gangwerte bringt !

Ein weiterer Minuspunkt des Chronometertest ist, dass dieser Test nichts mit der Realität zu tun hat, sondern „nur“ ein Test unter Laborbedingungen ist.

Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen einen dem realen Leben angepassten Chronometertest durchzuführen. 
Leider wurde mir von Rolex, dem Hersteller mit den meisten Chronometern, keine Uhr zur Verfügung gestellt.

Allerdings hatte die kleine und feine Uhrenmanufaktur Damasko sehr großes Interesse daran eines Ihrer Manufakturkaliber diesem Test zu unterziehen.

Mir wurde die Damasko DK 201 mit folgendem Manufakturuhrwerk zur Verfügung gestellte:

·         Manufakturwerk Damasko A 35-2
·         Mechanisches Werk mit automatischem Aufzug
·         23 Rubinlagersteine
·         28.800 Halbschwingungen/ Std.
·         Ankerrad aus Silizium
·         Amagnetisch nach DIN 8309
·         Stoßsicher nach DIN 8308
·         EPS®-Spirale
·         Gewichtsunruh
·         52 Stunden Gangautonomie
·         Damasko Rotor mit Keramiklager
·         Uhr wird in 5 Lagen reguliert

Was ich besonders bemerkenswert finde, ist die Tatsache, dass 90% der kompletten Uhr bei Damasko selber gefertigt sind. Wenn man berücksichtigt, dass das Lederband, Glas, Zifferblatt, Zeiger und Dichtungen Fremdfabrikate sind, kann man bei Damasko stolz darauf sein, dass das Uhrwerk und das Gehäuse zu 99,8% „in house“ entwickelt und gefertigt ist.

Ich würde mich freuen, wenn sich wesentlich bekanntere Uhrenhersteller an diese Fertigungstiefe ebenfalls herantrauen würden.

Jetzt zum Test. Bevor der Test richtig los ging wurde natürlich ein Gangprotokoll auf der Zeitwaage erstellt:

Gangabweichung pro Tag
Amplitude
Zifferblatt oben
2
304°
Zifferblatt unter
2
301°
Krone oben
-1
285°
Krone unten
0
280°
Krone rechts
-1
275°
Krone links
0
270°

Danach würde die Uhr sekundengenau eingestellt und von mir 30 Tage getragen.
Ein durchschnittlicher Tag hat bei mir folgende Zusammensetzung:

·         6 Uhr aufstehen und Uhr anlegen
·         12 Stunden Arbeit in der Uhrmacherwerkstatt inkl. Pause
·         4 - 6 Stunden Freizeit (Sport / spielen mit den Kindern / Treffen unter Freunden…..)

Die tägliche Tragezeit einer Uhr beläuft sich bei mir auf 16 – 18 Stunden.

Nach drei Wochen lag die kumulierte Gangabweichung bei plus 60 Sekunden. Das ist eine Gangabweichung von plus 2,85 Sekunden pro Tag. 
Wunderbar, das sind Chronometerwerte !

Der Härtetest folgte vom 22. Bis zum 29. Tag ! 
An diesen Tagen bin ich in Obertauern zum Skifahren gewesen. 
D.h. Kälte, Erschütterungen, Stöße……… 
Nach diesen Tagen konnte ich schon mal feststellen, dass die Uhr Ski und sogar Apresski tauglich ist. 

Aber wie haben sich die klimatischen und mechanischen Einwirkungen auf das Gangverhalten des Uhrwerks ausgewirkt ?

Die kumulierte Gangabweichung nach dem 30. Tag betrug 88 Sekunden. 
Das entspricht einer durchschnittlichen täglichen Gangabweichung von plus 2,95 Sekunden.

Wie man sieht, haben die klimatischen und mechanischen Einwirkungen auf das Gangverhalten des Uhrwerks Auswirkungen.
Jedoch sind diese, wegen der hohen Güte der verwendeten Materialie, der genauen Fertigung und der guten Konstruktion,  bei diesem Uhrwerk minimal und für eine Privatperson kaum Messbar.

Nach dem 30-tägigen Tragetest wurde natürlich wieder ein Gangprotokoll auf der Zeitwaage mit folgenden Werten erstellt

Gangabweichung pro Tag
Amplitude
Zifferblatt oben
3
311°
Zifferblatt unter
2
308°
Krone oben
-2
290°
Krone unten
0
272°
Krone rechts
-2
270°
Krone links
0
285°

Wie man sieht haben sich die Werte ein wenig verändert. 
Das ist allerdings normal, da jede Erschütterung und jeder Stoß sich auf das Reguliersysthem auswirken.


Fazit:

Abschließend kann man sagen, dass das Manufakturuhrwerk Damasko A 35-2 hervorragende Gangwerte hat und mit diesen Gangwerten die Chronometerprüfung bestehen würde !



Dienstag, 1. März 2016

Fachwerkstatt für neue & alte Rolex

Uhrmachermeister Kriescher ist spezialisiert auf die Reparatur, Revision und Restaurierung von Rolex Uhren.

Das Zusammenspiel der präzisen Zahnräder, sowie die Haptik der hervorragend gearbeiteten Uhrwerkskomponenten der Rolex Uhrwerke fasziniert und motiviert ihn bei seiner täglichen Arbeit mit diesen präzisen Zeitmessinstrumenten.

Uhrmachermeister Kriescher gehört zum Experten-Team der ZDF Sendung "kaputt und zugenäht" und hat in der zweiten Staffel der Sendereihe eine Rolex Bubbleback vor laufender Kamera repariert.

Die vom Bundesverband für Uhren, Schmuck & Zeitmesstechnik 
(Bundesinnung der Uhrmacher) zertifizierte Uhrmacherwerkstatt von Uhrmachermeister Kriescher gehört zu den wenigen Uhrmacherwerkstätten in Deutschland, die sich professionell mit den Themen Reparatur, Revision und Restaurierung von neuen & vintage Rolex Uhren auseinandersetzt. 

Reparaturpreise:
  • Rolex ab 299.- Euro
  • Rolex Glas ersetzen ab 50.- Euro
  • Rolex einregulieren 25.- Euro
  • Test der Wasserdichtheit 25.- Euro
Ersatzteile werden gesondert berechnet!


Was beinhaltet eine Revision:
  • Ausbau & Zerlegen des Uhrwerks
  • Reinigen aller Uhrwerksteile, Gehäuse & Armband
  • Sichtkontrolle aller Teile 
  • Zusammenbau des Uhrwerks
  • Ölen und Schmieren aller relevanten Uhrwerksteile
  • Kontrolle des Uhrwerks auf sicher Funktion
  • Uhrwerk einregulieren
  • Montage von Zifferbaltt & Zeiger
  • Einbau des Uhrwerks in das Gehäuse
  • Mehrtägige Kontrolle der Gesamten Uhr
Auf alle ausgeführten Arbeiten gewähren wir 12 Monate Garantie


Wie können Sie uns beauftragen können:
  • Nehmen Sie mit uns per E-mail Kontakt auf, rufen Sie uns an, kommen Sie persönlich zu uns, oder schicken Sie uns Ihre Uhr.
  • Kontaktdaten:
         Kriescher GbR
         Kaiserstr. 104
         D-52146 Würselen
         Tel. 02405/2619
         E-mail: info@uhren-kriescher.de
  • Wir begutachten Ihre Uhr, und erstellen Ihnen einen unentgeltlichen Kostenvoranschlag
  • Sie geben uns Ihr okay
  • Wir legen los, und benötigen im Regelfall ca. 15 - 20 Werktage für einen Auftrag (sollten Ersatzteile benötigt werden, kann es unter Umständen länger dauern)
  • Wir benachrichtigen Sie, dass Ihre Uhr fertig ist.
  • Nach der Bezahlung wird Ihre Uhr umgehend versendet, oder Sie können Ihre Uhr bei uns abholen.

Im nachfolgenden Film sehen Sie Uhrmachermeister Kriescher bei der Arbeit an einer ca. 50 Jahre alten Rolex.















Montag, 15. Februar 2016

TV-Sender wird aufmerksam !



Seit ca. 2 1/2 Jahren bin ich jetzt als Blogger unterwegs, und Berichte fast ausschließlich über meine Tätigkeit als Uhrmacher und meine Arbeiten an und mit vintage Rolex Uhren.
Anscheinend gibt es auch gibt es im öffentlich-rechtlichen Fernsehen Liebhaber von vintage Rolex und des Uhrmacherhandwerk, die mir folgen, und meinen Blog lesen.

Vor drei Monaten erhielt ich einen überraschenden Anruf von einer Filmproduktionsfirma und das Angebot als Uhrenexperte / Gutachter für eine Produktion im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu arbeiten. Bei dieser Sendung soll es u.a. um antike Uhren gehen.

Nach einem ausführlichen Telefoncasting, Testaufnahmen in meiner Werkstatt, einer persönlichen Vorstellung beim Sender und Vertragsverhandlungen ist jetzt alles unter "Dach und Fach". Die Dreharbeiten starten heute.




Montag, 1. Februar 2016

Unser neuer vintage Rolex Film

Es gibt einen neuen Kurzfilm über unsere Spezialgebiet Reparatur von vintage Rolex.
Ich finde der Film ist gelungen !
Da sich in jedem guten Film ein kleiner Fehler einschleicht, hat sich bei mir auch eine kleine Unachtsamkeit eingeschlichen.
Findet Ihr den Fehler ?!
Tipp von mir: So würde keine Uhr meine Werkstatt verlassen !
Es ist nicht das Stocken am Anfang. 
Das ist bewusst gemacht worden und soll das stehenbleiben der Uhr symbolisieren.







Freitag, 15. Januar 2016

Pimp my Rolex


Autos "pimpen" ist ein alter Hut. 
Der ein oder andere hat auch schon mal seine Uhr "gepimpt", und hat damit etwas besonderes geschaffen.
Was ich in den letzten Tagen gemacht habe, ist ziemlich extrem !
Eine normale 30 Jahre alte 16030 total umgerüstet.
Altes Kunstoffglas raus und alles umgebaut auf Saphirglas, schwarzes Blatt ersetzt gegen ein Perlmuttzifferblatt mit Brillanten und die originale, geriffelte Lünette umgebaut auf eine massive Stahllünette mit Brillanten. 
Besonders die Stahllünette mit Brillanten "hatte es in sich" und mußte angepasst werden.

Es ist eine Uhr herausgekommen, die nichts mehr mit dem Urspungsmodell zu tun hat.






Ich freue mich über jeden Kommentare!
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Freitag, 1. Januar 2016

Altbekanntes Problem „Rotorachse“


Ein altbekanntes Problem bei älteren Rolex Kalibern ist der schleifende Rotor (das ist die halbe Platte, die sich bei jeder Armbewegung hin und her dreht und damit für den automatischen Aufzug mit verantwortlich ist).

Durch Stöße kann sich die Vernietung der Rotorachse mit dem Rotor lösen. 
Dann schleift der Rotor über die oberen Platinen, zerkratzt diese am äußeren Rand, und der automatische Aufzug funktioniert nicht mehr einwandfrei.

Bei der vorliegenden Damen - Rolex mit dem Kaliber 2030 traten die beiden beschriebenen Fehler auf. Der Rotor des Kalibers 2030 hat einen Durchmesser von 19,63mm und die Rotorachse einen Durchmesser von 0,57mm. Die Proportion ist okay, daran liegt es nicht. Meines Erachtens ist die Materialstärke von 0,2mm des Rotors zu gering und dafür verantwortlich. Wenn man die Materialstärke ein wenig erhöht hätte, hätte man viel mehr Material zur Verfügung um an dieser Stelle eine richtig gute Vernietung zu machen.

Von alten Handwerksmeistern hört man dann auch oft die Redensart "da ist zu wenig Fleisch dran"

Was kann man jetzt machen ?

Da helfen nur eine neue Rotorachse und die Aufnahme der Rotorachse im Rotor ein wenig mit einem Rund- und einem Flachpunzen bearbeiten in der Hoffnung das diese Vernietung hält.







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Montag, 14. Dezember 2015

Kooperation mit Zeigr.com Rolex 6694 Precision

Theodossios Theodoridis vom Uhrenblog Zeigr.com hat mich vor ein paar Wochen kontaktiert und um eine technische Einschätzung einer vintage Rolex Precisions Ref. 6694 gebeten, über die er einen Bericht schreiben möchte.
Da ich Kooperationen mit Kollegen und Gleichgesinnten immer gut finde, war es für mich eine Ehrensache Ihn bei seiner Arbeit zu unterstützen.






Er hat mir die Uhr zu Begutachtung zugesendet und mir folgende Fragen zu der Uhr gestellt:



  • Die wichtigste Frage vorab: Ist die Uhr original?
  • Wie schätzen Sie den optischen Gesamtzustand der Uhr ein?
  • Wieden technischen?
  • Was würden Sie empfehlen,hieran machen zu lassen & was nicht? Optisch und technisch.
  • Was würde das kosten? Bzw. Was kostet eine Revision bei Ihnen?
  • Wie sieht es mit Ersatzteilen für dieses und andere Rolex Modelle aus? Angeblich nimmt Rolex einige Uhren nicht mehr an.Mitunter soll es keine Ersatzteile mehr geben. Stimmt das?
  • Unter der "6" lugt ein Schriftzug hervor? Ist das Zifferblatt "übermalt"?
  • Kann man ohne weiteres das vorhandene Blatt gegen ein anderes originales Zifferblatt tauschen?
  • Was ist die Uhr in diesem Zustand in etwa wert?






Hier sind meine Antworten:
  • Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich hier vorliegenden Uhr um eine originale Rolex 6694.Obwohl man in letzter Zeit immer vorsichtig mit dieser Aussage sein muss.Zurzeit gibt es eine Schwemme sehr gut gefälschte Zifferblätter aus Asien auf dem Markt.Im Gehäuse tickt auf jeden Falle ein originales Rolex Handaufzug-Kaliber 1225
  • Wenn man beachtet, dass diese Uhr schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel hat,muss man sagen, dass der optische Zustand des Gehäuses gut ist.Natürlich gib es Tragespuren, aber außer einem kleinen, etwas tieferen Einschluss auf dem Glasrand, gibt es keine weiteren tiefen Macken.Das Zifferblatt sieht am Rand etwas „angefressene“ aus.Das könnte durch einen Wasserschaden entstanden sein
  • Technischer Zustand:Traditionell wird im Uhrmacherhandwerk nach jeder Revision ein Reparaturzeichen im Innenteil des Gehäusebodens hinterlassen. Im Gehäusedeckel ist kein Zeichen eines Uhrmachers eingetragen. D.h., dass das Uhrwerk eigentlich noch jungfräulich sein müßte !?Das jemand zumindest die Krone und die Aufzugwelle schon mal entfernt hat, ist allerdings gut sichtbar.Derjenige hat einen Schraubendreher verwendet der etwas zu breit war, und hat damit die Platine ein wenig angekratzt an der Stelle an der die Befestigungsschraube für die Aufzugwelle sitzt.Sonst sind alle Schrauben und Platinen okay.Ganz wichtig ! Kein Rost und Spuren von Korrosion sichtbar ! Sollte das Uhrwerk wirklich noch nie eine Revision erhalten haben, muss man sagen, dass die Gangwerte nach den ganzen Jahren noch recht passabel sind (das heißt nicht, dass das brauchbare Gangwerte sind)
Auf der Zeitwaage wurden folgende Werte erreicht.

·         Zifferblatt oben +5s/d Amplitude 224°
·         Zifferblatt unten -1s/d Amplitude 218°
·         Krone unten +9s/d Amplitude 202°
·         Krone links -9s/d Amplitude 217°
·         Krone rechts +28s/d Amplitude 187°
·         Krone oben -2s/d Amplitude 217°

Wenn man das 4 Lagendiagramm (Lagendifferenz von max. 37s/d / max. 10s/d sollten         nicht überschritten werden) auswertet, und die starken Amplitudenschwankungen               betrachtet, muss man sagen, dass das Uhrwerk revisionsbedürftig ist.

Ob durch das jahrelange laufen des Uhrwerks, ohne Revision, ein paar Zapfen der Räder verschlissen sind und getauscht werden müssen, kann man erst sagen, wenn das Uhrwerk komplett zerlegt worden ist.
Auffällig ist, dass das Gewinde der Krone nur noch ½ Umdrehungen auf den Tubus geschraubt werden kann.

  •      Eine Revision des Uhrwerks würde ich auf jeden Fall empfehlen + Krone ers. und evtl. auch den Tubus.Polieren würde ich persönlich das Gehäuse und das Glas nicht.Man darf meinen Uhren ansehen, dass die schon einiges mitgemacht haben und vintage sind. Das ist allerdings meine persönliche Meinung.Natürlich würde ich das Gehäuse auf Kundenwunsch auch polieren.
  •      Die reine Revision dieses Uhrwerks kostet zurzeit in meiner Uhrmacherwerkstatt 250.- Euro. Folgende Arbeiten werden bei der Revision durchgeführt:


·         Ausbau des Uhrwerkes
·         Zerlegen des Uhrwerkes
·         Reinigen aller Uhrwerksteile
·         Zusammenbau des Uhrwerkes
·         Schmieren und Ölen aller relevanten Teile
·         Kontrolle auf sichere Funktion
·         Montage des Zifferblattes & der Zeiger
·         Reinigen des Gehäuses
·         Einbau des Uhrwerkes
·         Kontrolle der Uhr auf Ganggenauigkeit


Ersatzteile werden gesondert berechnet.


  •      Die Ersatzteilbeschaffung für vintage Uhren kann problematisch sein. Bei Rolex Uhren ist die Lage allerdings relativ entspannt, weil es noch genügend Ersatzteile gibt. Man muss sich nur die Mühe machen und weltweit suchen. Günstig sind die Ersatzteile allerdings im Vergleich zu andern Herstellern nicht ! Jetzt kommt das große „aber“!!! Wenn man Pech hat, kann man auch leer ausgehen. Ich habe für einen Kunden 2 Jahre lang ein bestimmtes Ersatzteil für seine Rolex Bubbleback gesucht, leider ohne Erfolg ! Das Rolex Deutschland vinatge Uhren nicht mehr zur Revision annimmt, bez. die originalen Zifferblätter gegen neue tauscht (und damit den Wert der Uhr extrem mindert) ist allseits bekannt. In einschlägigen Uhrenforen wurde dann oft der Tipp erteilt, man soll die Uhr sofort nach Rolex Genf schicken. So wie ich in denselben Uhrenforen lesen konnte, soll das Erstellen des Kostenvoranschlages bei Rolex Genf nicht günstig sein. Man kann sich vorstellen, auf welchem preislichen Niveau sich dann die komplette Revision abspielt. Das lohnt sich dem entsprechend nur für absolute Raritäten, und nicht für die vorliegende Uhr
  •      Das vorhandene Zifferblatt kann ohne großen Aufwand gegen ein anderes originales Zifferblatt getauscht werden.
  •      Einen guten Anhaltspunkt für den ungefähren Wert der Uhr erhält man bei chrono24.de. Am 27.11.2015 wurden insgesamt 247 Rolex 6694 angeboten, im Preisrahmen von 1300.- bis 3000.- Euro. Das günstigste Angebot aus Deutschland betrug 1650.- Euro, allerdings inkl. Stahlband.


Dienstag, 8. Dezember 2015

Vintage Uhren gesucht für Reparatur im Fernsehen

Ich benötige Eure Hilfe !
Ich bin auf der suche nach reparaturbedürftigen, vintage Uhren (vor allen Dingen Rolex, Omega, Longines....) und deren Besitzer, die eine schöne Geschichte über die Uhr erzählen können.
Ich werde als Uhrmacher ein neues Format im öffentlich-rechtlichen Fernsehen (seriös !!!!!!) mit meiner Arbeit unterstützen und dort ausgesuchte Stücke reparieren.
D.h. man kommt mit seiner Uhr ins Fernsehen, erzählt ein wenig darüber, lässt die Uhr von mir begutachten und evtl. reparieren.
Das gilt auch für Besitzer von Taschenuhren oder antiken Wanduhren oder antiken Standuhren.

Wer sich angesprochen fühlt, kann sich gerne bei mir melden und bekommt weitere Infos.


Dienstag, 1. Dezember 2015

Rolex Sea Dweller Double Red Ref. 1665

Ich bin seit 2006 Sachverständiger für das Uhrmacherhandwerk.
In dieser Zeit habe ich viele skurrile, aber auch bemerkenswerte Uhren bzw. Vorgänge um Uhren begutachtet.
Uhren von A, wie Audemars Piguet, bis Z, wie Zenith, waren darunter.
Durch meine Tätigkeit habe ich Mordermittlungen unterstützt, Versicherungsbetrügereien aufgedeckt, Haftpflichtschäden ermittelt, Wettbewerbsklagen gutachterlich bearbeitet usw....
Mittlerweile bin ich abgehärtet !

Heute durfte ich mal wieder ran, und es ging um eine schöne Sache !
Die Zustandsbewertung einer Rolex Sea Dweller "Double Red"
Eine wunderbare Uhr, obwohl bei dieser ein sogn. Serviceblatt verbaut ist.


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Samstag, 14. November 2015

Unruhlager & Deckstein Rolex Datejust Ref. 16233



Dass das Unruhlager und der dazugehörige Deckstein nicht mehr in der Verankerung der Stoßsicherung sitzt, und stattdessen im Uhrwerk herumfliegt kommt relativ selten vor. 

Wie kann das passieren ? 

Entweder war die Decksteinfeder nicht richtig befestigt, oder die Uhr hat einen heftigen Stoß erhalten, z. B. vom Tisch auf den Boden gefallen. 

Was jetzt ganz genau mit dieser Rolex Datejust Ref. 16233 passiert ist, konnte mir der Besitzer auch nicht sagen. 
Die Behebung des Problems war allerdings kein Problem. 
Unruhlager und Deckstein werden mit der Decksteinfeder in der Stoßsicherung befestigt. Danach kommt die Uhr zum Einregulieren auf die Zeitwaage. 
Zum guten Schluss wurde noch eine Wasserdichtheitsprüfung durchgeführt.





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Freitag, 6. November 2015

Vintage Rolex auf Smartwatch gepimt !

Smartwatches sind zurzeit in aller Munde. 
Die Berichterstattung über die intelligenten Uhren nimmt nachmal solche Ausmaße an, dass man glauben könnte, dass die Fähigkeiten eines Uhrmachers in naher Zukunft nicht mehr benötigt werden.

Genau das selbe Gefühl müssen die Uhrmacher vor 45 Jahren während  der "Quarzuhrkrise" ebenfalls gehabt haben. 

Die Geschichte zeigt uns, dass das nicht der Fall war, und auch nicht werden wird.
Ein guter Uhrmacher wird immer einen sicheren Arbeitsplatz haben.

Obwohl ich las Uhrmacher ein "Mechanikfreak" bin, interessiert mich das Thema "Smartwatch", und ich verfolge die Bestrebungen der verschiedener Hersteller (Uhrenhersteller, Computerhersteller) neue Smartwatches mit immer mehr Funktionen auf den Markt zu bringen.

Persönlich besitze ich noch keine Smartwatch, weil ich meine mechanische Uhr nicht ablegen möchte, bzw. es blöd finde mit zwei Uhren durch die Gegend zu laufen.

Ein niederländische Startup geht jetzt eine neuen Weg.
Mit Ihrem Chip macht man aus jeder Uhr eine Smartwatch, egal ob es sich um eine mechanische oder um eine quarzgesteuerte Uhr handelt.

Hier ist die Produktbeschreibung:




Apple Watch hin oder her, so richtig schöne Uhren im klassischen Sinn sind moderne Smartwatches selten. Das Start-up Trivoly bringt via Kickstarter nun ein Produkt gleichen Namens an den Start, das quasi aus jeder Armbanduhr eine Smartwatch machen will. Dazu wird eine dünne Scheibe mit Sensoren und anderer Technik einfach unter die "herkömmliche" Uhr befestigt und schon können auch Fitness-Apps mit der alten Patek von Opi genutzt werden. Ebenfalls integriert ist ein Vibrationsalarm für Notifikationen und natürlich gibt es eine passende App für das Zubehörteil. Im Februar 2016 soll Trivoly erscheinen, vorausgesetzt der Pitch wird erfolgreich finanziert. Seht dazu mehr in der Kickstarter-Kampagne.

Hier ist der erklärende Video-Clip 


Noch mehr Infos erhält man auf der Homepage von Trivoly
http://www.trivoly.com/en/

Auf Kickstarter könnt Ihr das Stratup unterstützen 
https://www.kickstarter.com/projects/679195916/trivoly-this-tiny-disc-turns-any-watch-into-a-smar



Ich werde Trivoly in nächster Zeit testen (darüber wird natürlich berichtet) und damit meine geliebten mechanische Uhrwerke mit der neusten Smartwatches-Technik pimpen.





Sonntag, 1. November 2015

1,62mm großes Problem



Wie schon ab und an von mir beschrieben, werden die Revisionsintervalle oft erheblich überschritten. Das Öl ist dann kein Schmierstoff mehr, sondern eher ein Klebstoff. 
Die Zeigerstellung geht dem entsprechend schwergängig, aber mit etwas mehr Kraft, als nötig, bekommt man jeden Zeiger gestellt. 
Das machen allerdings die Zahnräder nicht mit, wie bei dieser Rolex GMT Master. 
Die Zähne des 1,62mm großen Zeigerstellrades sind gebrochen. 
Solange man nicht die Zeiger stellen möchte, fällt das Problem nicht auf. 
Die Uhr läuft und läuft. 
Wird dann die Zeigerstellung aktiviert, hört man nur noch ein „krrrrrrrrrrrrrrrrrr“ und die Zeiger bewegen sich keinen Millimeter. 




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Mittwoch, 14. Oktober 2015

VW Skandal vs. wasserdichte Uhren



VW Skandal vs. Wasserdichte Uhren (passend zum heutigen Weltnormentag)

Ist die Frage berechtigt, ob der VW Skandal mit dem Uhrmacherhandwerk und der Uhrenindustrie in Verbindung gebracht werden kann ?
Ich meine ja ! 
Nach der ersten Betrachtung besteht keine Verbindung. Es handelt sich um total unterschiedliche Produkte und ganz andere Voraussetzungen.
Bei näherer Betrachtung besteht allerdings eine Parallele!
Beim VW Skandal wurden Abgasnormen vorsätzlich nicht eingehalten. Evtl. erlischt deshalb bei Autos aus dem VW Konzern die Betriebserlaubnis und diese Wagen müßen stillgelegt werden !
Es rollt eine riesige Kostenlawine auf VW zu.
Und was hat das Ganze jetzt mit Uhren zu tun ?
Auch in der Uhrenbranche (Hersteller genauso, wie Servicewerkstätten) wird eine wichtige Norm vorsätzlich nicht eingehalten, die dem ein oder anderen schon teuer zu stehen bekommen ist, oder noch wird !
Bei der nicht eingehaltenen Norm handelt es sich um die DIN 8310. In dieser Norm wird das Thema Wasserdichtheit von Uhren und die Definition behandelt.
Eine  Uhr ist wasserdicht, wenn der Massendurchfluss kleiner als 50 Microgramm pro Minute bei zwei Bar Druck beträgt.

Es gibt allerdings zwei Probleme an dieser Sache.

  1. Die meisten Uhrmacher und größtenteils auch Uhrenhersteller kennen den Inhalt und die Definition der Wasserdichtheit von Uhren laut DIN 8310 nicht!
  2. Die von der Uhrenindustrie, zum Erreichen einer Zertifizierung der Uhrmacherwerkstätten, geforderten Maschinen zum Testen von Wasserdichtheit entsprechen nicht dem Testverfahren nach DIN 8310.
Die hier angesprochenen Maschinen und deren Testverfahren führen eine Messung über die Durchbiegung der Materialien des Uhrengehäuses bei Druck durch und messen nicht den Massendurchfluss.
Das Durchbiegeverhalten wird in der DIN 8310, aus gutem Grund, noch nicht einmal vom Normenausschuss erwähnt !
Dem entsprechend sagen diese Test nichts aus !
Man macht sich als Uhrmacher oder Uhrenhersteller juristisch angreifbar, wenn man nach diesem Testverfahren arbeitet.
Uhrenhersteller und Uhrmacher sind „auf diesem Ohr taub“, wenn man sie mit dem Thema konfrontiert, obwohl der DIN Norm gerechte Test ein kostengünstiges und schnelles Verfahren ist.



Samstag, 10. Oktober 2015

Statistik zum Jubiläum



Heute, auf den Tag genau, vor zwei Jahren wurde dieser Blog online gestellt.

Ich hatte im Sommer 2013 das Seminar "Handwerker 2.0" der Handwerkskammer Aachen besucht. 
Metzgermeister Ludger Freese hat während des Seminars über sein Online-Aktivitäten und den Erfolg den er damit hat referiert. 
Er gehört nicht nur zu den aktivsten Handwerkern im Internet, sondern auch zu den ersten, die sich mit dem Thema befasst haben.
Da er meinen Facebook-Auftritt schon kannte, hat er mir geraten einen Blog über das Uhrmacherhandwerk bzw über eine spezielle Uhrenthema zu starten.
Die Idee zum meinem Rolex Blog war "geboren" !
Obwohl ich skeptisch war, ob es überhaupt jemanden gibt, der sich für mein Handwerk interessiert, habe ich am 10.10.2013 den Blog online gestellt. 
Nach ein paar Wochen stellte ich fest, dass das Interesse an meinem Blog da war, und im ersten Monat sogar 300 Leser den Weg in meine virtuelle Uhrmacherwerkstatt gefunden haben.

Insgesamt konnte ich im ersten Jahr 8500 Besucher zählen, die meinen Blog gelesen haben.
Im zweiten Jahr waren es schon 21500 Besucher.
Das entspricht einer Steigerung von 252% !

Vielen Dank Ludger Freese für die wertvollen Tipps und die Unterstützung !
Natürlich gilt auch der Dank allen Lesern, die regelmäßig meine Berichte durchstöbern !

Grüße aus der Uhrmacherwerkstatt

Ulrich Kriescher


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Donnerstag, 1. Oktober 2015

Aufzugfeder gerissen Rolex Datejust

Mitlerweile hat es sich herumgesprochen, dass wir uns mit vintage Rolex auskennen.
Sogar Uhrenliebhaber aus der Schweiz, dem Mutterland von Rolex, beauftragen uns mit der Betreuung Ihrer Uhren.

Wegen dieser Rolex Datejust mit dem Kaliber 1570 wurden wir von einem schweizer Rolex Fan kontaktiert. Trotz Überholung vor nicht ganz 10 Monaten, bei einem Kollegen, läuft die Uhr nicht mehr.

Das es sich um eine gerissene Aufzgfeder handeln könnte war uns schon vor dem Öffnen des Gehäuse bewusst. Man hat immer ein leises Klacken gehört, wenn man die Uhr versucht per Hand aufzuziehen. 
Um an die Feder heranzukommen muss man allerdings die Automatikbrücke, das Übertragungsrad, dass auf dem Sekundenradzapfen sitzt und die Federhausbrücke entfernen.

Nach dem öffnen des Federhauses kam die defekte Feder zum Vorschein. 
Die Feder war ganz nah am Federkern gerissen. 
Alles keine Problem !
Alte Feder raus, Federhaus reinigen, Wandungen etwas fetten und neue Feder wieder rein !

Das sind Arbeiten, die häufig in der Uhrmacherwerkstatt vorkommen. 
Wir ersetzten ca. 5 Aufzugfedern pro Woche.

Oft werden wir gefragt, wieso eine Feder reißt.
Das hat in den meisten Fällen mit Materialermüdung oder mit fehlender Wartung zu tun.





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